Ein Nein zur NoBillag-Initiative ist auch aus Sicht des Sports wichtig.

Die ideologisch geprägte Kahlschlag-Initiative greift nicht nur den demokratisch kontrollierten Informationsauftrag an, sondern gefährdet auch einen Grossteil der lokalen Radio- und TV-Stationen. Das hat konkrete negative Auswirkungen auf die Sportberichterstattung, auf die nicht nur die Fans, sondern auch die Sportvereine dringend angewiesen sind.

Die Fans wollen über ihren Sport und ihren Klub informiert sein. Die Vereine brauchen die Berichterstattung, damit sie eine Öffentlichkeit erreichen und für Sponsoren interessant werden.

Viele Lokalradios und TV-Stationen werden bei einer Annahme der sportfeindlichen Initiative ihren Betrieb einstellen oder zumindest drastisch reduzieren müssen.

Ein Beispiel ist das Lokalradio „Stadtfilter“ in Winterthur, das unter anderem alle FCW-Spiele in Fronarbeit und voller Länge überträgt. Ein Ja zu NoBillag bedeutet den Tod des beliebten Senders, der sich zurzeit zu 80% aus Billag-Geldern finanziert. Die regionale Sportberichterstattung würde ersatzlos verschwinden.

Die Rosinen Fussball, Ski und Eishockey würden vollends von den Bezahlsendern okkupiert, die Randsportarten und lokalen Ereignisse gänzlich aus dem TV/Radio-Bereich verschwinden, weil sie keinen rentablen Markt bieten.

Auch «Tele Top» in Winterthur kommt bei einem Ja in Schwierigkeiten. Der Sender leistet seit Jahren einen wichtigen Beitrag an die regionalen Sportberichterstattung, der von keinem grossen Kommerzsender kompensiert würde.

Keine Randsportarten mehr am TV

Aber lassen wir mal die lokale Sicht: auch gesamtschweizerisch wirkt sich ein Ja zu NoBillag negativ auf die Sportberichte in Radio und TV aus. Die Rosinen Fussball, Ski und Eishockey würden vollends von den Bezahlsendern okkupiert, die Randsportarten und lokalen Ereignisse gänzlich aus dem TV/Radio-Bereich verschwinden, weil sie keinen rentablen Markt bieten.

Wohin das führt, zeigt die aktuelle Situation im TV-Bereich: Statt einfacher und günstiger wird es für den polisportiven Fan immer unübersichtlicher und teurer. Er braucht diverse Abos, die nicht günstig sind, denn Qualität kostet auch bei den Bezahlsendern. Und kommen Sie mir bitte nicht mit der Finanzierungsidee, einen Werbeblock vor einem Penalty oder während der Lauberhorn-Abfahrt von Beat Feuz einzuschieben.

Andreas Mösli, Geschäftsführer FC Winterthur